Squealer-Rocks.de DVD-Review
Ozzy Osbourne - Speak of the Devil

Genre: Heavy Metal
Review vom: 26.07.2012
Redakteur: maddin
Veröffentlichung: Bereits veröffentlicht
Label: eagle vision



Achtung, hier handelt es sich nicht um die visuelle Version des gleichnamigen Doppel – Albums des Madmans, das lediglich Black Sabbath Songs enthielt. Es gibt einen Mitschnitt einer Show aus Irvine Meadows (CA) von 1982 zu sehen, die im Rahmen der „Diary of a madman“ Tour aufgezeichnet wurde.
Die knapp 80- minütige Fassung des Konzerts ist im Grunde nichts anderes als die digitale Version eines - mittlerweile sehr raren – Videos.
Und da setzt die Diskussion an: Nostalgiker dürften jubeln; ihnen reicht die 1:1 Übertragung von VHS auf DVD.
Wer jedoch eine Aufarbeitung in digitaler Form erwartet hat, der glotzt in die altmodische Röhre.

Doch zunächst zum Konzert: KULT!!! KULT!!! KULT!!!
Damit wäre fast schon alles gesagt.
Eine übergroße Bühne, die wie eine Kathedrale aufgebaut ist, eine Laser – Show vom Allerfeinsten, eine Band, die zwar recht statisch wirkt, aber aus der Spitze des harten Rocks besteht, und auch entsprechend elitär spielt, und dazu ein Ozzy, den man einfach lieben muss.

In seiner blauen 70er Jahre Gymnastik – Hose hüpft und klatscht er sich tappsig und unrythmisch, doch überaus überzeugend durch die 14 Songs.
Und mal ganz ehrlich: Welcher Superstar, der Ozzy zu der Zeit schon war, steht den kompletten Gig am Bühnenrand und brüllt ohne Unterlass die Massen an?
Ozzy ist dennoch kein Poser! Sieht man die Großaufnahmen von seinem Gesicht, dann sieht man, dass dieser bekloppte Kerl einfach nur,..... ja eben bekloppt ist.
Wie gesagt, man muss ihn einfach lieben.

Ob man seine Vocals an diesem Abend lieben konnte, dass bleibt dem Zuschauer relativ verborgen. Gut zwei Drittel des Gesangs sind mit Studio – Aufnahmen überspielt. Teilweise wurde hier dermaßen dilettantisch vorgegangen, dass die Bilder sehr oft asynchron zu den hörbaren Gesangsspuren laufen.
Die Grenze zur unfreiwilligen Komik wird dabei streckenweise echt überschritten. So kann man nur mit dem Kopf schütteln, wenn Ozzies Ansagen nur gekrächzt werden, der „Crazy Train“ aber bald besser als in der Studio Version und dazu mit gedoppeltem Gesang intoniert wird.

Gut, das ist nicht ehrenwert, aber wir hatten ja damals nix anderes. Dafür sind die Tunes seiner genialen Mitmusiker hörbar nicht nachbearbeitet. So macht Brad Gillis (Nightranger) eine sehr gute Figur als Rhandy Rhoads Ersatz.
Lediglich, dass er das geniale Solo in „Mr. Crowley“ verhunzt, dafür gehört er standesrechtlich verprügelt. Man muss ihm allerdings SCHWER zugute halten, dass er aufgrund des tragischen Tods von Rhandy Rhoads kaum Zeit hatte, sich in das Material einzuarbeiten. Von daher belassen wir es bei einer Ohrfeige...

Rudy Sarzo (Quiet Riot) verprügelt lieber seinen Bass, was aber nicht weiter auffällt, da er das Stageacting von Priest - Basser Ian Hill ziemlich gut kopiert.
Don Airey (Deep Purple) ist zwar akustisch (neben den Vocals sind auch die Keyboards sehr laut ausgesteuert, was zu Lasten der Gitarre geht) stets präsent, optisch dagegen kaum zu erahnen, da er, eh kaum im Bild, in eine Mönchskutte samt Kapuze gewandet an den Tasten steht.
Kesselgott Tommy Aldridge (DIO, Thin Lizzy) thront eh über alledem in brachialer Genialität und beweist bei seinem Solo wieder mal, dass ein guter Drummer keine Sticks braucht.


Die Setlist ist zum Heulen schön, das ungeschlagene Debut „Blizzard of oz“ behält die Oberhand und zum Finale werden noch drei Black Sabbath Classics gereicht.
Die Bildqualität ist, wie eingangs erwähnt, auf dem Stand der frühen 80er, was aber nicht weiter stört, da alles noch im grünen Bereich ist. Lediglich beim Ton hat man den Sprung in die Neuzeit gewagt und bietet auch 5.1 Surround und DTS an.
Keine Ahnung, ob es was gebracht hat. Auf meiner alten Grundig -Glotze (Bildröhre rules!) hört sich die Geschichte auch in Mono cool an.
Da es sich hier um ein reines Liebhaber – Produkt handelt, dürfte das auch jedem anderen Altfan egal sein, wir reden ja schließlich nicht über Genesis, sondern über Rock'n'Roll stimmt's?

Einziger Kritikpunkt ist das Fehlen jeglicher Boni. Ein paar Clips wären schon noch ganz nett gewesen. Aber andererseits: Nach dem kollektiven Genuss der DVD mit der Ü – 40 Clique ist eh jeder nach den 80 Minuten entweder voll oder dermaßen in die damalige, güldene Zeit entschwebt, dass sowieso alle nur schreien: „Ey, Alter – nochmal von vorne!!!“

TRACKLIST:
1. Over The Mountain
02. Mr. Crowley
03. Crazy Train
04. Revelation: Mother Earth
05. Steal Away
06. Suicide Solution
07. Brad Gilis Guitar Solo
08. Goodbye To Romance
09. I Don't Know
10. Believer
11. Flying High Again
12. Iron Man
13. Children Of The Grave
14. Paranoid

Line Up:
Ozzy Osbourne (Gesang)
Don Airey (Keyboards)
Tommy Aldridge (Schlagzeug)
Brad Gillis (Gitarre)
Rudy Sarzo (Bass)

DISCOGRAPHY:

1980 - Blizzard Of Oz
1981 - Diary Of A Madman
1982 - Speak Of The Devil
1983 - Bark At The Moon
1986 - Ultimate Sin
1987 - Tribute
1988 - No Rest For The Wicked
1990 - Just Say Ozzy
1991 - No More Tears
1993 - Live & Loud
1995 - Ozzmosis
2001 - Down To Earth
2002 - Live At Budokan
2007 - Black Rain

SQUEALER-ROCKS Links:

Ozzy Osbourne - Bark At The Moon (Classic Review) (CD-Review)
Ozzy Osbourne - The Blizzard of Ozz (Remastered Re - Release) (CD-Review)
Ozzy Osbourne - Diary Of A Madman -Legacy Edition (Do. - CD) (CD-Review)

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