Squealer-Rocks.de CD-Review
TRW - Rivers Of Paradise

Genre: AOR
Review vom: 21.06.2007
Redakteur: Eric
Veröffentlichung: 08.06.2007
Label: Frontiers



TRW klingt nun wahrlich eher nach einer gemeinnützigen Hilfsorganisation und Blaulicht auf dem Dach als nach einer Rockband und Druck aus den Boxen. Nicht täuschen lassen: „Rivers Of Paradise“ ist eine äußerst gewinnbringende Zusammenarbeit von drei alten Haudegen geworden, die bei Anhängern des anspruchsvollen AOR Alarm auslösen könnte.

Richtig bekannt wurden sie nie, die Mitglieder von TRW. Ein Schicksal, dass sie mit unzähligen anderen Studio- und Livemusikern teilen, die sich sozusagen namenlos in den Dienst der Großen stellen. Es bleibt zu befürchten, dass sich der Bekanntheitsgrad des Dreiers auch mit diesem Album nicht wirklich positiv verändern wird. Nicht, weil es eine schlechte Scheibe wäre, ganz im Gegenteil, aber die Zeiten stehen schlecht für eingängigen, melodiösen Rock dieser Ausrichtung.

„Rivers Of Paradise“ ist nicht „einfach nur“ AOR, dazu sind die Blues-Einflüsse zu sehr allgegenwärtig. Davon abgesehen wissen die drei Haudegen natürlich, wie eine packende Hookline fabriziert wird, und sie fabrizieren einige davon. „Gonna Be Some Changes“ ist ein Musterbeispiel für das Zusammentreffen von hochmelodischen, eingängigen Parts und einem bluesigen Grundgerüst. Dazu der bemerkenswert variable Gesang von Mark Williamson und eine spannende Songstruktur – fertig wäre der Hit, würden unsere Charts nicht von Retortenmucke ferngesteuert dominiert.

„Only A Letter“, ein verschmuster Ohrwurm, hätte so auch auf einem Stan Bush-Album Platz gefunden oder meinetwegen auch bei Michael Bolton, während der „Almony Blues“ so klingt, wie er heißt und der Opener und Titelsong mit seinem knackigen Riff und dem großartigen Refrain am ehesten in die Kategorie Hard Rock passt. Ihr seht, es ist Abwechslung angesagt im Hause TRW, auch wenn sich die ganz feinen, mehrstimmigen Hooklines wie ein roter Faden durch die Scheibe ziehen.

Fazit: Thompson, Robinson und Williamson (hätten sie sich nicht „The Sons“ nennen können? Oder SON? Okay, scheiß Idee, aber TRW ist auch nicht besser …) finden ihren Platz irgendwo in der Schnittmenge von AOR, Hard Rock und Blues. Ein im positivsten Sinne unaufgeregtes Album mit liebevoll arrangierten Songs und einer druckvollen Produktion, an dem nicht nur Genre-Freunde ihren Spaß haben dürften.

Tracklist:

01. Set My Spirit Free
02. Rivers Of Paradise
03. Hold On
04. Indiscretion
05. Gonna Be Some Changes
06. Only A Letter
07. Hard Time Love
08. One Good Woman
09. Love Comes Calling
10. Almony Blues

Line-Up:

Michael Thompson (g)
John Robinson (d)
Mark Williamson (v, b)

DISCOGRAPHY:

2007 - Rivers Of Paradise

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