Squealer-Rocks.de CD-Review
Narnia - Course Of A Generation

Genre: Power Metal
Review vom: 18.07.2009
Redakteur: Eric
Veröffentlichung: 24.07.2009
Label: Massacre Records



Oh Mann, das wird ein schwieriges Review. Rivel-Experte Maddin hat schon genaueste Blicke angekündigt, und dann verlieren die christlichen Vorzeige-Rocker auch noch den vermeintlich wichtigsten Mann, nämlich den am Mikro.

Irgendwie unvorstellbar: Narnia ohne Christian Rivel oder, wie er heute (wieder) heißt, Christian Liljegren. Schließlich besteht kein Zweifel daran, dass das schwedische Multitalent den Sound der Kapelle nicht unwesentlich geprägt, vielleicht sogar bestimmt hat. Kein leichter Job also für den Nachfolger, aber wenn man tatsächlich an den Ansprüchen wächst, ist der Brasilianer Pascual der stimmgewordene Nachweis für die Richtigkeit dieser These. Immerhin stehen die schwedischen Giganten Mind's Eye in seiner Vita, auch wenn er der Band nur in der Anfangszeit seine Stimme lieh. Egal, Pascual ist mit seiner kraftvollen, melodiösen Stimme ein würdiger Nachfolger für Herrn Liljegren.

Nachdem diese Zweifel beseitigt sind, können wir uns der für diese Band obligatorischen Lobeshymne zuwenden. Und da, wie wir alle wissen, Hymne vom griechischen hymnos abstammt und soviel bedeutet wie feierlicher Preis- und Lobgesang, schlagen wir an dieser Stelle äußerst geschickt und nur kurz den Bogen zum christlichen Grundtenor der Kapelle, um ihn auch gleich wieder hinter uns zu lassen. Take it or leave it, aber wie auch immer ihr zur gläubigen Haltung des Vierers steht, einen Einfluss auf die Mucke haben die Texte ohnehin nur rudimentär.

Und die ist, mal wieder, höchst gelungen. Die schwedische Powermetal-Institution hat sich einen ganz eigenen Sound geschaffen, irgendwo zwischen knüppelharten Riffs und Melodien zum Niederknien, zwischen progressivem Songwriting und eingängigem Rocken. So auch auf „The Course Of The Generation“: Während die Ikea-Männer beim Titelsong auch härtetechnisch geradezu ungewohnt heftig auf die Kacke hauen und ein Progressive-Lehrstück vor dem Herrn raushauen, geht es beim Rausschmeißer „Behind The Curtain“ direkt und in Sachen Melodieführung fast poppig nach vorne. Was sollte betont werden an diesem Review? Der herrliche Refrain von „Scared“? Oder die schleppende, vertrackte und orientalisch angehauchte Hymne „One Way To Freedom“, der vielleicht stärkste Song der Scheibe? Im Grunde spielt es keine Rolle, Ausfälle werdet ihr auf „Course Of A Generation“ ohnehin vergeblich suchen.

Härtetechnisch haben die Schweden vielleicht eine Schippe draufgelegt, die Keyboards etwas mehr in den Hintergrund geschoben im Vergleich zu früheren Werken. Dennoch klingen sie unüberhörbar nach Narnia, Hochgeschwindigkeitsgeballer ist nach wie vor nicht ihr Ding. Die Songs von „Course Of A Generation“ bewegen sich durch die Bank im Midtempo-Wohlfühlbereich, etliche höchst gelungene Breaks und Tempowechsel eingeschlossen. Und nachdem man ihnen zur Wahl des Liljegren-Nachfolgers nur gratulieren kann, bleibt am Ende des Tages das Narnia-übliche Fazit: Toller, eigenständiger Power-Metal mit vielen Querverweisen in den Hardrock-Bereich. Fehlkauf ausgeschlossen!

Tracklist:

1.Sail Around The World
2.When The Stars Are Falling
3.Curse Of A Generation
4.Scared
5.Kings Will Come
6.Rain
7.Armageddon
8.One Way To Freedom
9.Miles Away
10.Behind The Curtain

Lineup:

Germán Pascual (vocals)
Carl Johan Grimmark (guitar, keyboard)
Andreas Olsson (bass)
Andreas Johansson (drums)

DISCOGRAPHY:

1997 - Awakening
1999 - Long live the King
2001 - Desert Land
2003 - The Great Fall
2004 - At short Notice (DVD)
2006 - At short notice (CD)
2006 - Enter the Gate

SQUEALER-ROCKS Links:

Narnia - Enter The Gate (CD-Review)
Narnia - Course Of A Generation (CD-Review)

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